PDF-Pläne verwenden
PDFs enthalten in der Regel keine auswertbare Vektorgeometrie. Nach der Maßstab-Kalibrierung zerlegt „Räume automatisch erkennen“ den Plan deshalb mit einem Klick in alle geschlossenen Räume; fehlende Räume lassen sich zusätzlich von Hand zeichnen.
Ein mehrseitiges PDF wird beim Hochladen in ein Projekt in seine Blätter zerlegt: Jede Seite erscheint als eigener Plan („Gebäude.pdf – Seite 2“) mit eigenem Maßstab, eigenen Räumen und eigenen Geräten – gespeichert wird die Datei trotzdem nur einmal, sie zählt also auch nur einmal auf den Speicherplatz. Löschst du eine Seite, bleiben die übrigen erhalten; die Datei selbst verschwindet erst mit der letzten Seite. Im Anlagenplaner zählt jede Seite als eigenes Geschoss. Öffnest du dieselbe Datei dagegen direkt im Viewer, ohne sie hochzuladen, liegen alle Blätter nebeneinander in einem Plan – links unter „Pläne & Modelle“ steht dann trotzdem jede Seite als eigene Ansicht: Ein Klick blendet nur dieses Blatt ein und zoomt darauf, „Alle Seiten“ zeigt wieder das ganze Dokument.
- „Räume automatisch erkennen“ ist der Standardweg: ein Klick, alle Räume – ohne einzelne Klickpunkte.
- Beim Zeichnen die Ecken nacheinander anklicken – als Rechteck oder beliebig komplexe Form; ein Doppelklick (oder „Raum schließen“) beendet den Umriss.
- Der Umriss wird mit kräftiger Linie und runden Eckpunkten dargestellt. Eckpunkte lassen sich anklicken (auswählen) und mit der Maus verschieben – sowohl im laufenden Zeichenzug als auch an bereits markierten Räumen.
- Die zuletzt gesetzte Ecke lässt sich mit „Letzte Ecke entfernen“ bzw. der Rücktaste zurücknehmen; ein ausgewählter Eckpunkt wird mit Entf gezielt entfernt. Esc hebt die Auswahl bzw. den ganzen Umriss auf; geschlossen wird erst ab drei echten Ecken.
- Bereits markierte oder automatisch erkannte Räume lassen sich jederzeit über „Räume bearbeiten“ anpassen: Eckpunkte ziehen verschiebt sie, ein Klick auf eine Kante fügt dort eine neue Ecke ein, Entf/Rücktaste entfernt die ausgewählte Ecke – ohne dass dabei versehentlich neue Räume entstehen.
- Ein Klick MITTEN in einen Raum löscht ihn im selben Modus: Direkt am Klickpunkt erscheint die Rückfrage „Raum N löschen?“ mit „Raum löschen“ und „Abbrechen“ – gelöscht wird also nie durch einen Klick allein. Jeder weitere Klick, Esc oder das Verlassen des Modus verwirft die Rückfrage. Die Kante gewinnt dabei gegen die Fläche: Klickst du nah an eine Raumlinie, wird wie bisher eine Ecke eingefügt.
- „Zwischendecke markieren“ kennzeichnet Räume mit abgehängter Decke: Ein Klick in den Raum setzt die Kennzeichnung (nochmal klicken hebt sie auf), der Umriss wird petrol. Die Rauchmelder-Automatik setzt dort zusätzlich Melder im Hohlraum – mit dem Präfix „ZD“ und leicht versetzt neben den Meldern des Raums.
- Melder im Bearbeiten-Modus per Doppelklick setzen und per Drag verschieben.
- Die Raum-Werkzeuge leben im Reiter „Räume & Rettungswege“ – die Gewerke-Panels (BMA, Sprachalarm, EMA) verweisen bei fehlenden Räumen mit „Räume öffnen“ dorthin, statt dieselben Werkzeuge doppelt zu zeigen. Wechselst du auf einen anderen Reiter, endet der Markier-Modus automatisch – ein Klick trifft danach wieder die gesetzten Geräte und öffnet ihre Eigenschaften. Ein angefangener, noch nicht geschlossener Umriss wird dabei verworfen; fertig markierte Räume bleiben erhalten.
- Solange nur ein Plan geladen ist (kein IFC-Modell), bleibt das Hintergrund-Raster ausgeblendet – es würde sich sonst sichtbar über die Zeichnung legen. Über den Raster-Knopf in der Werkzeugleiste lässt es sich jederzeit einblenden; diese Wahl bleibt dann bestehen.
- Der Erfassungsradius (D_H) wird flach überlappend über dem Plan eingeblendet. Liegt der Melder in einem erkannten oder markierten Raum, endet der Kreis an dessen Raumlinien – auch bei manuell frei gesetzten Meldern und live beim Ziehen.
Räume automatisch erkennen
„Räume automatisch erkennen“ zerlegt die Planseite in einem Durchgang in alle geschlossenen Räume. Die Erkennung arbeitet deterministisch direkt auf dem Planbild und vollständig im Browser – deine Plandaten verlassen den Rechner nicht (DSGVO/EU), und es muss kein Modell geladen werden. Türöffnungen in den Wänden werden dabei automatisch überbrückt (die Raumgrenze liegt auf der Wandlinie), Text, Bemaßung und Möbel-Symbole werden ignoriert, und der Bereich zwischen Zeichnungsrahmen und Gebäude wird nicht als Raum gewertet. Flächen unter 1 m² werden übersprungen – das sind keine Räume, sondern Reste (hohle Wandkerne, Installationsnischen, Zwickel neben Möbelsymbolen); wie viele übersprungen wurden, steht im Hinweis nach der Erkennung. Die Erkennungsparameter leiten sich aus dem kalibrierten Maßstab ab – deshalb ist Schritt 1 (Maßstab) Voraussetzung.
Nach der Erkennung öffnet sich automatisch die Prüfansicht „Erkannte Räume prüfen“ – der Modus „Räume bearbeiten“ ist dabei bereits eingeschaltet, alle Umrisse zeigen ihre Eckpunkte. Erst die Bestätigung am Ende dieser Ansicht gibt Schritt 3 („Platzieren“) frei: Aus ungeprüften Umrissen entstehen keine Geräte.
- Jeder Raum in der Liste hat einen Papierkorb (Raum löschen) und einen Stift (Raum bearbeiten): Der Stift springt den Umriss an, hebt ihn hervor und schaltet seine Eckpunkte zum Ziehen frei – Ecken ziehen verschiebt sie, ein Klick auf eine Kante fügt dort eine neue Ecke ein, Entf entfernt die ausgewählte Ecke.
- Dieselben zwei Schaltflächen liegen zusätzlich IM PLAN – in jedem erkannten Raum blenden sich seine Nummer, ein Stift und ein Papierkorb ein. Die Nummer ist dieselbe wie in der Liste, du siehst also sofort, welcher Umriss „Raum 7“ ist, und löschst oder bearbeitest ihn direkt dort, wo du hinschaust. Sie erscheinen beim Prüfen sowie in den Modi „Räume bearbeiten“ und „Zwischendecke markieren“; beim Zeichnen bleiben sie weg.
- Ist ein Raum auf dem Bildschirm zu klein für die volle Gruppe (kleine Kammer, schmaler Flur, herausgezoomter Plan), zeigt er nur noch seine Nummer als runden Knopf: Ein Klick darauf springt den Raum an – der Plan zoomt auf den Umriss, und Stift und Papierkorb erscheinen. Der gerade angesprungene Raum behält seine Schaltflächen immer, auch wenn sie über seinen Umriss hinausragen: Sein Umriss ist orange hervorgehoben, und ein Raum, den man bearbeitet, muss auch löschen oder verlassen können. Ganz ohne Schaltflächen bleiben nur Räume, die außerhalb des Bildausschnitts liegen oder deren Nummer sich mit der eines Nachbarraums überdecken würde – dann näher heranzoomen oder die Liste nehmen.
- „Gibt es Räume mit Zwischendecke?“ wird als Pflichtfrage gestellt – ohne Antwort bleibt die Bestätigung gesperrt. „Ja“ schaltet direkt in „Zwischendecke markieren“ (Klick in den Raum kennzeichnet ihn, nochmal klicken hebt es auf); alternativ die Schaltfläche „ZD“ je Raum in der Liste. Grund für die Nachfrage: Der Hohlraum über einer abgehängten Decke ist ein eigener überwachungspflichtiger Bereich – ohne Kennzeichnung bleibt er unbestückt.
- Fehlt ein Raum (z. B. weil seine Wände im Plan unterbrochen sind oder er unter 1 m² liegt), lässt er sich hier mit „Raum zeichnen“ ergänzen – für selbst gezeichnete Umrisse gilt keine Mindestfläche; unsicher erkannte Räume (amber) werden mit „Übernehmen“ bestätigt oder gelöscht.
- „Räume bestätigen & übernehmen“ schließt die Prüfung ab: Die Räume gelten damit für Rauchmelder, Sprachalarm UND EMA, der Markier-Modus endet, und der Ablauf springt auf Schritt 3 („Platzieren“). Noch offene, unsichere Räume gelten mit der Bestätigung als geprüft; ausgelaufene Umrisse zählen weiterhin nicht mit.
- Nichts davon ist endgültig: Strg+Z (⌘Z) nimmt jeden dieser Schritte zurück – einen gelöschten Raum ebenso wie eine verzogene Ecke, eine geänderte Höhe oder einen ganzen Erkennungslauf. Mehr dazu unter „Rückgängig, Verlauf & Planstände mit Planindex“.
Intern rechnet die Erkennung zwei Wege: die Auswertung der im PDF eingebetteten CAD-Vektoren (falls vorhanden) und die Analyse des gerenderten Planbilds. Ausgeliefert wird nicht mehr einfach der erste Weg mit einem Treffer, sondern der plausiblere von beiden – gemessen an der Zahl raumgroßer Funde, der mittleren Raumfläche und daran, wie viele Umrisse am Blattrand statt im Gebäude liegen.
Auch Pläne, die als verkleinertes A4/A3-PDF vorliegen (Großformat-Plan „an Seitengröße angepasst“ gedruckt), kommen jetzt deutlich weiter: Kleinformatige Blätter werden höher aufgelöst gerendert, und die Analyse rechnet nicht mehr auf eine zu grobe Arbeitsauflösung herunter, bei der Wände und Beschriftung ununterscheidbar verschwimmen. Der Vektor-Weg erkennt zudem den Zeichenstift des Plans selbst: Exporte, die das Gebäude mit einem mittelgrauen Stift statt schwarz zeichnen, verlieren ihre Wände nicht mehr, Spind- und Schrank-Signaturen (Rechteck mit X-Diagonalen) zählen als Möblierung, und ein schräg angesetzter Gebäudeflügel bleibt Teil des Gebäudes. Trotzdem bleibt die Warnung bestehen, wenn ein Blatt sehr klein aufgelöst ist – ein PDF im Originalformat liefert immer das bessere Ergebnis.
Trägt das PDF einen Textlayer, erben automatisch erkannte Räume ihre Namen aus der Planbeschriftung („Umkleideraum 1“, „Lohnbüro“, „Treppenhaus“ …): Die Raumliste wird sprechend, die Melderkategorie je Raumnutzung (BMA-Schalter „Melderkategorie je Raumnutzung“) greift ohne Handarbeit, und der Rettungsweg-Graph erkennt Treppenräume am Namen. Die Zuordnung ist bewusst vorsichtig – lieber bleibt ein Raum unbenannt, als dass er einen falschen Namen bekommt; Flächen- und Materialzeilen des Raumstempels („GF: 13,57 m²“, „FB: Fliesen“) werden nie zum Namen. Gespeichert wird der Name mit dem Planstand.
Findet die klassische Zerlegung nichts – etwa bei gescannten Plänen mit stark unterbrochenen Linien –, versucht zusätzlich eine On-Device-KI (Segment Anything / MobileSAM) die Räume zu finden, sofern das Modell verfügbar ist; auch dabei verlassen keine Plandaten den Rechner. Solche KI-Räume mit geringer Sicherheit oder ausgelaufenem Umriss werden amber dargestellt und mit „prüfen“ gekennzeichnet: Sie sind zunächst von der automatischen Melder- und Lautsprecher-Platzierung ausgenommen, bis sie in der Raumliste mit „Übernehmen“ bestätigt werden.
Raum-Editor: Reiter „Räume & Rettungswege“
Sobald ein 2D-Plan (PDF oder DWG/DXF) sichtbar ist, gibt es in der Reiterleiste den eigenen Reiter „Räume & Rettungswege“. Hier – und nur hier – liegen die Raum-Werkzeuge (erkennen, zeichnen, bearbeiten, bestätigen – es ist EINE Raumliste für BMA, Sprachalarm und EMA; die Gewerke-Panels verweisen mit „Räume öffnen“ hierher). Zusätzlich zeigt der Reiter je Raum die Rettungsweg-Auswertung: Aus den markierten Räumen und den erkannten bzw. im EMA-Reiter markierten Türöffnungen entsteht ein Rettungsweg-Graph – je Raum der kürzeste Weg zum nächsten Ausgang ins Freie. Fenster zählen dabei nie als Ausgang; auf Plänen ohne Außentür (Ober-/Untergeschoss) endet der Weg am Treppenraum. Treppenräume erkennt der Graph am Raumnamen („Treppenhaus“, „Treppenraum“, „Stiege“ …) – bei automatisch erkannten Räumen kommt der Name aus der Planbeschriftung, ansonsten hilft Umbenennen bzw. die manuelle Einstufung.
- Je Raum stehen in der Liste die Weglänge bis zum Ausgang, die Zahl seiner Türen und – wenn er als Rettungsweg eingestuft ist – die Quelle der Einstufung: „flurartiger Zuschnitt“ (Geometrie) oder „Wegbelastung“ (über den Raum laufen die Wege mehrerer anderer Räume).
- Im Plan werden die Rettungswege als grüner Pfad je Raum gezeichnet (Raummitte → Türen → Ausgang), Ausgänge als Ring markiert. Der Schalter „Rettungswege im Plan anzeigen“ blendet die Darstellung jederzeit ein und aus – wie die Erfassungsradien der Melder.
- Unerreichbare Räume (kein Weg zu einem Ausgang) werden rot markiert – in der Liste und im Plan. Das ist meist ein Hinweis auf eine nicht erkannte Tür: Den Umriss prüfen oder die Tür im EMA-Reiter als Öffnung markieren; eine Perimeter-Tür gilt als Ausgang ins Freie.
- Ausgänge lassen sich auch von Hand setzen: „Ausgang setzen“ im Reiter aktivieren, dann auf die Außentür im Plan klicken – ein Klick auf einen gesetzten Ausgang entfernt ihn wieder. Manuelle Ausgänge gewinnen gegen die automatische Erkennung, bleiben im Projekt gespeichert und werden von einem erneuten Erkennungslauf nicht zurückgesetzt. Das ist der Weg für gescannte Pläne, auf denen die automatische Türerkennung nichts findet.
- Auch die Rettungsweg-Einstufung eines Raums lässt sich überschreiben: je Raum „Ja“ oder „Nein“ wählen (sichtbarer Vermerk „manuell“), „Auto“ kehrt zur automatischen Einstufung zurück. Die manuelle Einstufung gilt in beide Richtungen und bleibt gespeichert.
- Die gesamte Auswertung ist ein Vorschlag zur Prüfung: Sie bewertet Topologie und Weglänge, nicht die Zulässigkeit – Rettungsweglängen, Mindestbreiten und der zweite Rettungsweg stehen in Landesbauordnung/ASR A2.3 und bleiben Sache der Fachplanung.
Was PlanWerke aus Raum-Markierungen lernt
Zeichnest du in einem Cloud-Projekt Räume, sichert PlanWerke das Ergebnis als Trainingsdatensatz im selben Projekt – damit die Raumerkennung an echten DIN-Plänen besser wird. Gespeichert werden ausschließlich der angeklickte Punkt und der Raumumriss als Zahlenwerte (Koordinaten) sowie die Angaben, um daraus wieder Meter zu rechnen. Der Planinhalt selbst – Bild, Text, Seiteninhalt – bleibt auf deinem Rechner und wird nicht übertragen.
- Erfasst wird bei einem selbst gezeichneten Raum („Raum zeichnen“) – als von Hand geprüfte Vorlage besonders wertvoll – sowie beim Export über „Eval-Sample exportieren“.
- Die Daten liegen in deinem Projekt und unterliegen denselben Zugriffsrechten wie alle Projektdaten; mit dem Projekt werden sie gelöscht – seit 27.07.2026 einschließlich der gespeicherten Bildausschnitte, auch wenn sie ein anderes Teammitglied hochgeladen hat.
- Erfasst wird nur mit Schreibrecht am Projekt. Ohne Projektbezug (lokal geöffnete Datei, Demo) und über read-only Freigabe-Links wird nichts gespeichert.
- Die Erfassung läuft im Hintergrund und ist nicht blockierend: Schlägt sie fehl, arbeitest du ohne Unterbrechung weiter.
- Jede Erfassung erscheint im Aktivitäts-Log des Projekts, ist also nachvollziehbar.
Freiwillig zusätzlich: Bildausschnitt beitragen. Im Werkzeug „Räume markieren“ gibt es das Häkchen „KI-Trainingsdaten beitragen“. Ist es gesetzt, speichert PlanWerke zu jedem NEU erkannten Raum zusätzlich einen kleinen Bildausschnitt des Plans rund um diesen Raum (höchstens 512 Pixel Kantenlänge, ohne das Häkchen wird kein Bild übertragen). Genau diese Ausschnitte fehlen bisher, um die Erkennung gezielt an deutschen DIN-Plänen nachzutrainieren.
- Das Häkchen gilt nur für das jeweilige Projekt – nicht für dein Konto und nicht für andere Projekte.
- Es wirkt ab dem nächsten erkannten Raum. Bereits gespeicherte Erkennungen bleiben, wie sie sind (ohne Bild).
- Nimmst du das Häkchen wieder heraus, werden ab sofort keine Ausschnitte mehr gespeichert.
- Die Ausschnitte liegen in einem privaten, deinem Konto zugeordneten Speicher – nicht öffentlich abrufbar; mit dem Projekt bzw. dem Konto werden sie gelöscht.
- Ohne Häkchen bleibt alles wie bisher: Es werden nur Umriss-Koordinaten gespeichert, keine Planpixel.