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Feuerwehr-Laufkarten (Entwurf)

Normen & Prüfung · 5 Min · Aktualisiert 14. Oktober 2026

Die Feuerwehr-Laufkarte ist das Blatt, das die Einsatzkräfte an der Brandmelderzentrale aus dem Depot ziehen, wenn die Anlage auslöst: Sie sagt, wo die ausgelöste Meldergruppe liegt und wie man dorthin kommt. DIN 14675-1 verlangt in 6.2.4.2 je Meldergruppe eine solche Karte. PlanWerke erzeugt sie als Entwurf – im Planungspaket BMA als PDF „08_Feuerwehr-Laufkarten_….pdf“: der ganze Satz in einem Dokument, je Meldergruppe Vorder- und Rückseite hintereinander, sodass der beidseitige Druck in einem Durchgang läuft. Das Blatt ist A4; A3 entsteht nur nach TAB-Vorgabe oder ausdrücklicher Wahl (siehe unten).

Was auf der Karte steht

Jede Karte hat zwei Seiten, so wie die Norm es in 10.2.2.4 vorsieht.

  • Vorderseite – Gebäudeübersicht: der Grundriss des Geschosses, die Räume der Meldergruppe hervorgehoben, die Standorte von Brandmelderzentrale, Übertragungseinrichtung, Feuerwehr-Anzeigetableau, Bedienfeld und Schlüsseldepot – und der Einsatzweg vom Standort zur Gruppe als grüner Pfeil (10.3). Liegen Zentrale und Gruppe in verschiedenen Geschossen, kommen eine kleine Übersicht des Standort-Geschosses und ein Schnitt hinzu.
  • Rückseite – Detailplan: der Meldebereich vergrößert, mit jedem einzelnen Melder an seiner Stelle und seiner Meldernummer daneben (10.4), den Flächen (Meldebereich der Gruppe, Melderbereich, Alarmierungsbereiche) als gestrichelte Umrisse, dazu die Melderliste der Gruppe mit Raum und Melderart.
  • Beide Seiten tragen Meldergruppe, Melderart und -anzahl, Gebäude/Geschoss/Raum, die Türen und Treppen im Laufweg, Bemerkungen, Objektname mit Ort und das Datum der letzten Aktualisierung.

Die Bildzeichen sind vorgeschrieben

Die Symbolik der Laufkarte ist keine Gestaltungsfrage: DIN 14675-1 legt die Bildzeichen in ihrem Bild 2 fest und verlangt, dass sie „form- und farbidentisch“ dargestellt werden. Brandmelderzentrale, Bedienfeld, Übertragungseinrichtung, Schlüsseldepot, Anzeigetableau und Freischaltelement sind rote Kästen, Sprinkler- und Löschzentrale blaue; der automatische Brandmelder ist ein gelboranger Kreis, der Melder in Zwischendecke oder Doppelboden ein Dreieck – auf der Karte muss erkennbar bleiben, ob die Feuerwehr die Decke öffnen muss. Standort und Einsatzweg sind grün. Diese Zeichen sind NICHT dieselben wie die Sinnbilder nach VdS 2135, mit denen der Installationsplan gezeichnet wird; die beiden Sätze überschneiden sich inhaltlich, unterscheiden sich aber in Form und Farbe.

Die Legende einer Karte enthält deshalb auch nur die Zeichen, die in genau dieser Meldergruppe vorkommen – eine Legende mit allen zwanzig Zeichen wäre nach 10.2.2.1 falsch, nicht hilfreich.

Wie der Einsatzweg entsteht

Der grüne Weg wird aus dem Tür-Graphen des Plans berechnet: Knoten sind die Türen, verbunden werden die Räume über die erkannten oder gesetzten Türen – Fenster sind nie Teil des Wegs. Innerhalb der Räume wird der Weg echt trassiert: In Fluren folgt er der Flurmitte (dem Flur-Skelett, das auch die Melder-Abstandsregel für geknickte Flure nutzt) – er schwenkt von der Tür auf die Mittellinie ein und verlässt sie erst zur nächsten Tür; in Räumen ist er der begehbare Weg im Raumumriss, der um die Ecken verwinkelter Räume herumführt, statt als Luftlinie durch Wände zu schneiden. Verkehrswege werden bevorzugt: Ein Raum, der kein Flur und kein Treppenraum ist und nur durchquert würde, zählt in der Wegsuche doppelt – der Weg quer durch das Nachbarbüro ist nicht der Einsatzweg, wenn der Flur daneben liegt. Die Karte nennt die Flure, denen der Weg folgt. Ausgangspunkt ist die Brandmelderzentrale; ist keine im Plan gesetzt, tritt das Feuerwehr-Anzeigetableau oder das Bedienfeld an ihre Stelle (auch das sind Anzeige- und Bedieneinrichtungen im Sinne von 10.3).

Der Weg ist eine Näherung ohne Möblierung und ohne Hindernisse im Raum – er steht als „Vorschlag zur Prüfung“ auf der Karte. Seine Länge ist die Länge der gezeichneten Linie; die Bevorzugung der Verkehrswege entscheidet nur, welcher Weg gewählt wird.

Zentrale und Meldergruppe in verschiedenen Geschossen

Liegt die Zentrale im Erdgeschoss und die Gruppe im 2. Obergeschoss, wird der Weg über den Treppenraum konstruiert: vom Standort zum Treppenraum des Standort-Geschosses, die Treppe hinauf oder hinunter, vom Treppenraum des Ziel-Geschosses zur Gruppe. Dafür müssen die Treppenräume in beiden Geschossen als Räume markiert und erkennbar benannt sein („Treppenhaus“, „Treppenraum“). Tragen sie in beiden Geschossen denselben Namen, ist die Zuordnung eindeutig; ohne Namen ordnet PlanWerke sie über ihre Lage im Grundriss zu – und wenn auch das nicht trägt, nimmt es die kürzeste Kombination und schreibt die unsichere Zuordnung als offenen Punkt auf die Karte. Die Geschossfolge liest PlanWerke aus den Plannamen (EG, 1. OG, 2. OG …); ist sie nicht erkennbar, sagt die Karte das. Der Treppenlauf ist mit 6 m je Geschoss angenommen und so auf der Karte benannt.

Die Vorderseite zeigt dann drei Darstellungen: die Gebäudeübersicht des Geschosses der Gruppe mit dem Weg vom Treppenraum zur Gruppe, eine kleine Übersicht des Standort-Geschosses mit dem Weg von der Zentrale zum Treppenraum und einen Schnitt – schematisch, nicht maßstäblich – mit den Geschossen übereinander, der Etagenkennzeichnung, dem Treppenraum als Säule und dem grünen Weg von der Zentrale hinauf zur Gruppe. Das entspricht der Vorgabe der Norm, die Gebäudeübersicht als „Grundriss, ggf. Schnitt“ auszuführen.

Flächen im Detailplan

Der Detailplan zeigt den Meldebereich der Gruppe als Fläche: die Außenkontur ihrer Räume als Strichlinie – Wände zwischen zwei Räumen derselben Gruppe werden dabei nicht mitgezeichnet, sodass der Bereich als ein Umriss erscheint. Tragen die Melder einen Melderbereich der Planung (Nutzungseinheit, Raumgruppe), erscheint er als Strich-Punkt-Linie um alle Räume dieses Bereichs; Alarmierungsbereiche erscheinen gepunktet. Alarmierungsbereiche kommen heute aus den Beschallungszonen der Sprachalarmierung: Jede Zone umfasst die Räume, in denen ihre Lautsprecher stehen. Jede Fläche ist beschriftet, und eine Zeile unter dem Plan nennt alle Flächen mit ihrem Strichmuster. Die Farben der Flächen sind bewusst keine Farben aus Bild 2 – die bleiben den Bildzeichen vorbehalten.

Was fehlt, steht auf der Karte

Eine Karte, der eine Pflichtangabe fehlt, soll das zeigen. Ist im Plan keine Brandmelderzentrale gesetzt, tragen Räume keine Bezeichnung oder findet sich zwischen Standort und Gruppe kein durchgehender Weg, steht das unter „Offene Pflichtangaben“ auf der Karte selbst – mit dem Hinweis, was im Viewer zu tun ist. Voraussetzung für die Karten überhaupt ist, dass die Melder eine Meldergruppe tragen: Sie ist die Bezugsgröße. Fehlt sie, nennt das Deckblatt des Planungspakets die Lücke.

TAB-Vorgaben der Dienststelle und das Blattformat

Ist dem Projekt im Planungsumfang eine TAB aus dem Katalog zugeordnet, nennt die Vorderseite jeder Karte die Laufkarten-Vorgaben dieser Dienststelle als eigene Zeile: die Fundstelle mit Ausgabestand und – wo die Festlegung eindeutig belegt ist – das geforderte Format und die Ausfertigungszahl. Eine Formatgrenze wird als solche genannt („Format höchstens DIN A3“, „Format mindestens DIN A4“). Verlangt die TAB DIN A3 (genau oder mindestens), kann das Blatt A3 werden – siehe Blattformat. Auch diese Zeile ist ein Vorschlag zur Prüfung – maßgeblich bleibt die aktuelle TAB der zuständigen Brandschutzdienststelle.

Das Blattformat richtet sich nach 10.2.2.2: A4 ist die Regel, A3 nur mit Zustimmung der Feuerwehr. Im Export-Dialog des Planungspakets gibt es dafür die Wahl „Laufkarten-Format“: „nach TAB“ liefert A3 genau dann, wenn die zugeordnete TAB A3 verlangt (genau oder mindestens A3) – ihre Festlegung ist die Zustimmung –, sonst A4 (eine Obergrenze „höchstens A3“ lässt A4 zu); alternativ lässt sich A4 oder A3 ausdrücklich wählen. A3 ist dabei kein vergrößertes A4-Blatt: Schrift und Zeilen bleiben gleich, der Zugewinn an Fläche geht in die Pläne. Jedes Blatt nennt, worauf sein Format fußt, und weist eine Abweichung zwischen Blatt und TAB aus – etwa wenn die TAB A3 nennt, aber ausdrücklich A4 gewählt wurde; eine A3-Wahl ohne TAB-Vorgabe trägt den Hinweis, dass die Zustimmung der Feuerwehr zu dokumentieren ist.

Diese Karten sind ein Entwurf zur Prüfung und KEINE abnahmefähigen Feuerwehr-Laufkarten. Format und Symbolik sind mit der zuständigen Brandschutzdienststelle abzustimmen – die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) sind von Ort zu Ort verschieden. Die Ausführung auf formstabiler Folie beziehungsweise Karton in Folie (10.2.2.3) und die Aufbewahrung im gesicherten Depot mit Schild nach DIN 4066 (10.2.1.4) sind Sache von Errichter und Betreiber. A3 ist nach 10.2.2.2 nur mit Zustimmung der Feuerwehr zulässig – PlanWerke erzeugt es deshalb nur nach TAB-Vorgabe oder ausdrücklicher, auf dem Blatt benannter Wahl.
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