Feuerwehr-Laufkarten (Entwurf)
Die Feuerwehr-Laufkarte ist das Blatt, das die Einsatzkräfte an der Brandmelderzentrale aus dem Depot ziehen, wenn die Anlage auslöst: Sie sagt, wo die ausgelöste Meldergruppe liegt und wie man dorthin kommt. DIN 14675-1 verlangt in 6.2.4.2 je Meldergruppe eine solche Karte. PlanWerke erzeugt sie als Entwurf – im Planungspaket BMA als Datei 08_Feuerwehr-Laufkarten.
Was auf der Karte steht
Jede Karte hat zwei Seiten, so wie die Norm es in 10.2.2.4 vorsieht.
- Vorderseite – Gebäudeübersicht: der Grundriss des Geschosses, die Räume der Meldergruppe hervorgehoben, die Standorte von Brandmelderzentrale, Übertragungseinrichtung, Feuerwehr-Anzeigetableau, Bedienfeld und Schlüsseldepot – und der Einsatzweg vom Standort zur Gruppe als grüner Pfeil (10.3).
- Rückseite – Detailplan: der Meldebereich vergrößert, mit jedem einzelnen Melder an seiner Stelle und seiner Meldernummer daneben (10.4), dazu die Melderliste der Gruppe mit Raum und Melderart.
- Beide Seiten tragen Meldergruppe, Melderart und -anzahl, Gebäude/Geschoss/Raum, die Türen und Treppen im Laufweg, Bemerkungen, Objektname mit Ort und das Datum der letzten Aktualisierung.
Die Bildzeichen sind vorgeschrieben
Die Symbolik der Laufkarte ist keine Gestaltungsfrage: DIN 14675-1 legt die Bildzeichen in ihrem Bild 2 fest und verlangt, dass sie „form- und farbidentisch“ dargestellt werden. Brandmelderzentrale, Bedienfeld, Übertragungseinrichtung, Schlüsseldepot, Anzeigetableau und Freischaltelement sind rote Kästen, Sprinkler- und Löschzentrale blaue; der automatische Brandmelder ist ein gelboranger Kreis, der Melder in Zwischendecke oder Doppelboden ein Dreieck – auf der Karte muss erkennbar bleiben, ob die Feuerwehr die Decke öffnen muss. Standort und Einsatzweg sind grün. Diese Zeichen sind NICHT dieselben wie die Sinnbilder nach VdS 2135, mit denen der Installationsplan gezeichnet wird; die beiden Sätze überschneiden sich inhaltlich, unterscheiden sich aber in Form und Farbe.
Die Legende einer Karte enthält deshalb auch nur die Zeichen, die in genau dieser Meldergruppe vorkommen – eine Legende mit allen zwanzig Zeichen wäre nach 10.2.2.1 falsch, nicht hilfreich.
Wie der Einsatzweg entsteht
Der grüne Weg wird aus dem Tür-Graphen des Plans berechnet: Knoten sind die Türen, die Weglänge innerhalb eines Raums ist die Luftlinie – dieselbe Rechnung wie bei den Rettungswegen. Ausgangspunkt ist die Brandmelderzentrale; ist keine im Plan gesetzt, tritt das Feuerwehr-Anzeigetableau oder das Bedienfeld an ihre Stelle (auch das sind Anzeige- und Bedieneinrichtungen im Sinne von 10.3). Fenster sind nie Teil des Wegs.
Was fehlt, steht auf der Karte
Eine Karte, der eine Pflichtangabe fehlt, soll das zeigen. Ist im Plan keine Brandmelderzentrale gesetzt, tragen Räume keine Bezeichnung oder findet sich zwischen Standort und Gruppe kein durchgehender Weg, steht das unter „Offene Pflichtangaben“ auf der Karte selbst – mit dem Hinweis, was im Viewer zu tun ist. Voraussetzung für die Karten überhaupt ist, dass die Melder eine Meldergruppe tragen: Sie ist die Bezugsgröße. Fehlt sie, nennt das Deckblatt des Planungspakets die Lücke.