Die Reichweite steht im Datenblatt, nicht in der Norm
Der Abschnitt zu räumlich wirkenden Meldern enthält keine numerischen Vorgaben zu Reichweite oder Öffnungswinkel. Maßgeblich sind Detektionsbereich und Ansprechverhalten des konkreten Melders laut Hersteller – einschließlich der maximalen Montagehöhe. Werte wie 12 m Reichweite und 90° Öffnungswinkel sind herstellertypische Planungsannahmen; sie gelten erst, wenn das gewählte Produkt sie bestätigt. PlanWerke führt sie deshalb als Voreinstellung und ersetzt sie durch die Katalogwerte des gewählten Geräts.
Montage und Ausrichtung
- Fest und erschütterungsfrei montieren, mit freiem Sichtfeld; Abschattungen durch Waren, Regale oder Einrichtung berücksichtigen.
- So anordnen, dass die wahrscheinliche Bewegungsrichtung des Täters in der empfindlichsten Richtung des Melders liegt – bei PIR-Meldern ist das die Bewegung quer zur Blickrichtung, nicht frontal darauf zu.
- Keine beweglichen Gegenstände im Überwachungsbereich (Vorhänge, Pflanzen, Ventilatoren).
- Erfassungsbereiche mehrerer Melder überlappend auslegen; bei erhöhter Überwindungsgefahr zusätzlich verschiedene Technologien kombinieren oder Öffnungs-/Durchstiegsüberwachung ergänzen.
- Einbruchmelder nie außerhalb des Sicherungsbereichs anordnen.
Technologie und Störquellen
| Technologie | Nicht einsetzen bei … |
|---|---|
| Infrarot (PIR) | Ausrichtung auf Außenfenster/-türen mit lichtdurchlässigen Einsätzen, Zugluft, Sonneneinstrahlung, wechselnde Wärmequellen |
| Ultraschall | hinter Vorhängen, an Lüftungsauslässen, Warmluft, Schallquellen |
| Mikrowelle / Ultraschall | mehrere Melder je Raum nur ohne gegenseitige Beeinflussung |
| Dualmelder (zwei Prinzipien) | Störquellen beider Prinzipien beachten; Eignung und Montagehöhe laut Hersteller |
Eigene Zusammenfassung der Technologie-Hinweise der VdS 2311 (8.6.3–8.6.6).
Abdecküberwachung und die Grade 3 und 4
Ein abgeklebter oder abgedeckter Melder ist blind. Die Abdecküberwachung erkennt das und darf nicht außer Betrieb gesetzt werden. Nach DIN VDE 0833-3 ist Abdeckerkennung bei Bewegungsmeldern der Grade 3 und 4 zwingend; nach VdS 2311 ist sie in Klasse B dann erforderlich, wenn die Anlage Grad 3 oder 4 erfüllen muss – mit Bewegungsmeldern der Klasse C.
Dokumentation und Gehtest
Die Überwachungsbereiche jedes Melders werden im Installationsattest skizziert (Klasse A) bzw. maßstabsgerecht dokumentiert (Klassen B und C) – einschließlich der Gegenstände, die sie einschränken. Bei der Inbetriebsetzung muss eine Person in langsamer Schrittgeschwindigkeit an jeder Stelle des Bereichs, besonders an dessen Grenzen, erkannt werden; dieser Gehtest wird bei der jährlichen Inspektion gegen die dokumentierten Bereiche wiederholt und muss für den Betreiber durchführbar sein.
PlanWerke setzt Bewegungsmelder fallenmäßig entlang von Verkehrswegen und schwerpunktmäßig aus den Raumecken – mit Reichweite und Winkel aus dem Katalog des gewählten Geräts. Sichtfeld, Abschattungen und Störquellen kennt der Plan nicht; die Vorschläge sind zur fachlichen Prüfung am Objekt.
Planungsorientierung: Alle Werte folgen den Vorgaben der genannten Normen und dienen der normorientierten Planung. Ergebnisse sind Planungsunterlagen zur fachplanerischen Prüfung – keine Konformitäts- oder Abnahmeaussage.
Häufige Fragen
Welche Reichweite hat ein Bewegungsmelder nach VdS 2311?
Die Richtlinie nennt keine Zahl. Maßgeblich sind Detektionsbereich, Montagehöhe und Ansprechverhalten des konkreten Melders laut Hersteller. Planungsannahmen wie 12 m / 90° sind nur Voreinstellungen.
Wie richte ich einen PIR-Melder aus?
So, dass der Täter sich quer zur Blickrichtung bewegt – dort ist der PIR am empfindlichsten. Nicht auf Außenfenster oder Türen mit Glas richten, keine Zugluft oder Wärmequellen im Erfassungsbereich.
Wann ist Abdecküberwachung vorgeschrieben?
Bei Bewegungsmeldern der Grade 3 und 4 nach DIN VDE 0833-3 zwingend; nach VdS 2311 in Klasse B, sobald die Anlage Grad 3/4 erfüllen muss – dann mit Meldern der Klasse C.