Der Zielpegel: 75 dB(A) oder Umgebung + 10 dB
Als Planungsziel gilt: Das Alarmsignal muss den höheren von zwei Werten erreichen – einen Mindestpegel von 75 dB(A) (er deckt insbesondere Schlafbereiche ab) oder den örtlichen Umgebungsgeräuschpegel plus 10 dB. In einer Werkhalle mit 80 dB(A) Grundgeräusch genügen 75 dB(A) also nicht – dort sind 90 dB(A) das Ziel. Bewertet wird in Hörhöhe (typisch 1,5 m über dem Boden).
Vom Datenblatt zur Pegelprognose
Jeder Lautsprecher ist im Datenblatt mit seinem Schalldruck bei Nennleistung in 1 m Entfernung beschrieben. Von dort aus fällt der Pegel im Freifeld mit dem Abstandsgesetz (−6 dB je Abstandsverdopplung); die gewählte Anzapfleistung der 100-V-Technik verschiebt die Kurve (halbe Leistung: −3 dB). Aus Position, Anzapfung und Raumgeometrie entsteht so eine Pegelprognose je Raumpunkt – in PlanWerke als Schalldruck-Heatmap mit Zielwert-Auswertung je Raum und Alarmierungszone.
- Deckenlautsprecher versorgen kreisförmige Flächen – das Raster folgt aus Montagehöhe, Abstrahlwinkel und Zielpegel.
- Wandlautsprecher und Projektoren richten den Schall – gut für Flure und hohe Hallen.
- Schall dringt praktisch nicht durch Wände: jeder Raum wird eigenständig versorgt und bewertet.
Lautstärke ist nicht Verständlichkeit
Der Schalldruck ist die notwendige, nicht die hinreichende Bedingung: Sprachdurchsagen müssen auch verständlich ankommen (Kenngröße STI). Viele leise Lautsprecher schlagen wenige laute – kürzere Abstände senken den Hallanteil. Die Pegelrechnung ist deshalb eine Auslegungs-, keine Nachweisrechnung; die messtechnische Bestätigung (STI-Messung) erfolgt am fertigen System.
Die Prognose rechnet konservativ im Freifeld und ersetzt weder die raumakustische Betrachtung kritischer Bereiche noch die Messung bei Inbetriebnahme.
Planungsorientierung: Alle Werte folgen den Vorgaben der genannten Normen und dienen der normorientierten Planung. Ergebnisse sind Planungsunterlagen zur fachplanerischen Prüfung – keine Konformitäts- oder Abnahmeaussage.
Häufige Fragen
Welcher Schalldruck ist für eine SAA zu planen?
Der höhere Wert aus 75 dB(A) und Umgebungsgeräusch + 10 dB, bewertet in Hörhöhe. In lauten Bereichen bestimmt also das Grundgeräusch das Ziel.
Was bringt eine höhere Anzapfleistung am 100-V-Lautsprecher?
Jede Verdopplung der Anzapfleistung hebt den Pegel um 3 dB. Gleichzeitig steigt die Last auf Verstärker und Linie – die Leistungsbilanz der Zone muss die Summe der Anzapfungen tragen.
Reicht es, wenn der Pegel überall stimmt?
Nein – zusätzlich muss die Sprachverständlichkeit (STI) erreicht werden. Der Pegel ist die Grundlage; hallige Räume brauchen ggf. mehr, dafür leisere Quellen oder gerichtete Lautsprecher.