Erst das Risiko, dann die Technik
Eine EMA ist nur ein Teil einer dreigliedrigen Sicherheitsstrategie: baulich-mechanischer Schutz (Türen, Fenster, Schlösser), elektronische Überwachung (die EMA) und organisatorische Maßnahmen (Schließdisziplin, Intervention). Das Sicherungskonzept beschreibt, wie diese drei zusammenwirken. Grundlage ist die Risikoeinstufung nach EN 50131-1 – von Grad 1 (geringes Risiko) bis Grad 4 (sehr hohes Risiko); daraus folgen Überwachungsmaßnahmen und Alarmierung.
Pflicht oder Empfehlung
- Für Anlagen der Grade 3 und 4 ist ein Sicherungskonzept verbindlich.
- Für Grade 1 und 2 ist es empfohlen – mindestens sind Schutzziele festzulegen und zu dokumentieren.
- Liegt kein Sicherungskonzept vor, genügt ersatzweise eine Risikoerfassung nach dem Muster des Anhangs B.
- Nach VdS 2311 ist das Konzept schriftlich zu erstellen, sollte mit dem Versicherer abgestimmt werden und ist vom Betreiber regelmäßig zu überprüfen; die Risikoerfassung ist Bestandteil des Installationsattests.
Was hineingehört
Die Norm nennt Mindestinhalte, sinngemäß: die identifizierten Bedrohungen und Schutzziele, die zu erwartende Täterstrategie, bauliche Schwachstellen und besonders gefährdete Einstiege, Besonderheiten der Nutzung, das Zusammenwirken von Mechanik und Elektronik, Anforderungen an Flucht-, Rettungsweg- und Brandschutztüren, Auflagen von Versicherer und Baurecht, Betriebsart und Sicherungsklassen, der Überwachungsumfang mit den Leistungsgrenzen der Melder, Personenschutz, Festlegungen für den störungsfreien Betrieb (Falschalarm-Vermeidung, Scharfschaltung, Instandhaltung), Alarmverifikation, Alarmbearbeitung und Intervention, Vernetzung mit anderen Systemen und Ferndienste.
Wer es schreibt – und was die Software darf
Das Konzept entsteht zwischen Fachplaner oder Errichter, Betreiber und meist dem Versicherer; häufigster Auslöser einer EMA ist ohnehin die Vorgabe des Versicherers (VdS-Klasse oder Grad). Für PlanWerke ist der Grad eine Projekt-Eingabe, die vor der automatischen Platzierung abgefragt und in der Auslegung berücksichtigt wird. Der Sicherungskonzept-Fragebogen stellt die Fragen der Mindestinhalte – beantworten muss sie der Mensch, der das Objekt kennt.
Grad und Sicherungsklasse sind nie das Ergebnis einer Rechnung. Ein Werkzeug kann die Maßnahmen je Grad sichtbar machen und offene Punkte benennen – den Nachweis, dass eine Anlage einen Grad erfüllt, erbringen Errichter und Sachverständiger.
Planungsorientierung: Alle Werte folgen den Vorgaben der genannten Normen und dienen der normorientierten Planung. Ergebnisse sind Planungsunterlagen zur fachplanerischen Prüfung – keine Konformitäts- oder Abnahmeaussage.
Häufige Fragen
Ist ein Sicherungskonzept für jede EMA Pflicht?
Verbindlich ist es für die Grade 3 und 4. Für Grad 1 und 2 wird es empfohlen; mindestens sind die Schutzziele festzulegen und zu dokumentieren – oder eine Risikoerfassung nach Anhang B zu erstellen.
Wer legt den Grad einer Einbruchmeldeanlage fest?
Die Risikoeinstufung im Sicherungskonzept – in der Praxis meist zusammen mit dem Versicherer, der eine VdS-Klasse oder einen Grad vorgibt. Der Grad ist Eingabe der Planung, nicht ihr Ergebnis.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherungskonzept und Risikoerfassung?
Die Risikoerfassung ist die kompaktere Ersatzform nach Anhang B, wenn kein vollständiges Sicherungskonzept vorliegt; sie genügt für die unteren Grade. Das Sicherungskonzept beschreibt zusätzlich das Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Organisation.