Was einen Überfallmelder ausmacht
Überfallmelder sind nichtautomatische Melder: Sie lösen nur durch eine willentliche Handlung aus – Taster, Fußkontakt, Überfallcode am Bedienteil. Eine automatische Auslösung, etwa durch eine ausbleibende Klarmeldung, ist unzulässig. Unbeabsichtigte Betätigung muss weitgehend verhindert, eine Verwechslung mit Lichtschaltern ausgeschlossen sein. Und: Der Melder muss auch dann auslösen, wenn die Einbruchmeldeanlage nicht extern scharf ist – der Überfall passiert bei Anwesenheit.
Die harten Regeln
- Nur Fernalarm: Der Überfallalarm geht still an die Alarmempfangsstelle; akustische Signalgeber vor Ort sind grundsätzlich nicht zulässig – bei Polizei-Aufschaltung ausdrücklich verboten.
- Eigene Meldergruppen: Überfallmelder werden ausschließlich Gruppen für Überfallmeldungen zugeordnet – nie gemischt mit Einbruchmeldern.
- Mindestens Grad 3 für die Überfallteile einer Anlage; grundsätzlich ständig scharfgeschaltet, eine Abschaltung durch den Betreiber ist unzulässig.
- Einzelidentifizierung: Nach Auslösung muss erkennbar sein, welcher Melder betätigt wurde; Kennung und Alarmanzeige werden nur durch den Instandhalter zurückgesetzt. Jede erneute Betätigung löst erneut aus.
- Für Täter nicht erkennbar anbringen; Deckelkontakte der Melder laufen auf Sabotagegruppen.
Wo sie hingehören
Im Wohnbereich sind es Schlaf-, Wohn- und Eingangsbereich. Im Gewerbe die gefährdeten Bereiche – Kasse, Wertschutzraum – oder Plätze mit Einblick darauf, für Betriebsfremde nicht erkennbar. Wo mit Banknoten umgegangen wird, greifen die DGUV Vorschrift 25 und die zugehörigen Regeln: jeder Banknoten-Arbeitsplatz erhält einen Melder, bei mehr als einer Person kommt ein weiterer hinzu. Ist nach dieser Vorschrift eine Überfallmeldeanlage gefordert und keine eigenständige ÜMA vorhanden, wird die EMA mit Überfallmeldern ergänzt. Im VdS-Rahmen sind Überfallmelder außerdem bei Personenschutz und in den höheren Sicherungsklassen (B-SH 3, C-SH, C-SG 5/6) Pflicht.
Falschauslösungen vermeiden
- Nicht in der Nähe der Hausinstallation und nicht auf Schalterhöhe montieren; gegebenenfalls Schutzklappe.
- Fußbetätigte Melder nur im Kassenbereich, mit Mindesthöhe und Schutzleiste gegen versehentliches Treten.
- Funk-Überfallmelder ersetzen ortsfeste nicht; ihre Reichweite wird auf definierte Meldebereiche begrenzt und dokumentiert, in die Zwangsläufigkeit werden sie nicht einbezogen.
PlanWerke kennt den Überfalltaster als Gerät, das ausschließlich von Hand platziert wird – es gibt bewusst keine automatische Überfall-Auslegung. Im Anlagenplaner laufen Überfallmelder in eigenen Gruppen; ständige Scharfschaltung, Grad-3-Nachweis und Aufschaltung bleiben Fachplanung und Errichter.
Planungsorientierung: Alle Werte folgen den Vorgaben der genannten Normen und dienen der normorientierten Planung. Ergebnisse sind Planungsunterlagen zur fachplanerischen Prüfung – keine Konformitäts- oder Abnahmeaussage.
Häufige Fragen
Darf ein Überfallmelder die Außensirene auslösen?
Grundsätzlich nein – der Überfallalarm ist ein stiller Fernalarm an die Alarmempfangsstelle. Bei Aufschaltung auf die Polizei ist eine akustische Alarmierung ausdrücklich unzulässig.
Funktioniert der Überfallmelder auch tagsüber bei unscharfer Anlage?
Er muss: Die Überfallteile sind ständig scharfgeschaltet und lösen auch aus, wenn die Einbruchmeldeanlage nicht extern scharf ist. Eine Abschaltung durch den Betreiber ist nicht zulässig.
Wie viele Überfallmelder braucht eine Kasse?
Bei Banknoten-Umgang nach DGUV Vorschrift 25 je Banknoten-Arbeitsplatz einen Melder, bei mehr als einer Person einen weiteren. Die genaue Platzierung richtet sich nach den DGUV-Regeln und dem Sicherungskonzept.